Mittwoch, 1. Mai 2013

Die FRONI ist für's Phoni - eine Anleitung

Ich hatte vor Taschen mit Reißverschluß immer ein bisschen Angst - eigentlich vor allen Sachen mit Reißverschlüssen. :) Nach meinen ersten Freiversuchen, war aber klar, diese Angst ist unbegründet, denn eigentlich geht's ganz einfach, was ich Euch am Beispiel von FRONI, der Handytasche, zeigen möchte.


Ihr könnt FRONI natürlich auch für alle anderen Sachen verwenden. In den Maßen, wie ich sie hier genäht habe, passt sie perfekt für ein Sams*ng Gala*sy - ein iPho*e oder ein HT* haben etwas mehr Platz darin.

1. Aus dem Außen- und Innenstoff müsst ihr Euch je zwei Rechtecke von 11 x 18,5 cm zuschneiden. (Ihr könnt auch Eurer eigenes Handy vermessen und an jeder Seite 2,5 cm zugeben.) FRONI füttern wir mit Volumenvlies, damit das Phoni in der Tasche gut gepolstert ist. Ich habe etwa 1 cm dickes Volumenvlies verwendet. Entweder ihr nehmt aufbügelbares Vlies oder welches zum Aufnähen. Ich habe das letztere verwendet. Zum Aufnähen schneidet ihr das Vlies etwas größer als den Außenstoff zu. Legt den Stoff auf das Vlies und näht beides mit einem langen Zickzack-Stich zusammen. Dann schneidet ihr das überstehende Vlies einfach ab.


2. Nun machen wir uns an den Reißverschluß. Keine Angst, das ist total EASY! Der Reißverschluß sollte in etwa so lang sein wie der Stoff. Bei einer Stofflänge von 18,5 cm habe ich einen 19 cm langen Reißverschluß genommen. Nun legt ihr den Reißverschluß rechts auf rechts auf Euren Außenstoff, steckt ihn fest und näht ihn knapp an den Reißverschlußzähnchen fest. Achtet darauf die ersten und letzten 1-1,5 cm nicht zunähen. Nehmt zum Steppen am besten einen Reißverschlußfuß, mit dem kommt ihr am nächsten dran. Wenn ihr an den Zipper kommt, haltet die Nähmaschine an, lasst die Nadel im Stoff stecken, hebt das Füßchen an und führt den Zipper vorbei. Nun könnt ihr ungehindert weiternähen.

3. Anschließend nehmt ihr den Innenstoff und legt diesen und den Reißverschluß rechts auf LINKS aufeinander. Meint, dass ihr den Innenstoff auf die Rückseite des Reißverschluß legen müsst. Wir wollen ja die Innentasche nähen, da diese "innen" liegt, müssen wir auch die innenliegende (linke) Seite des Reißverschluß nehmen. Steckt alles gut fest und näht möglichst genau auf der ersten Naht (die womit wir den Außenstoff an den Reißverschluß genäht haben). 

 

4. Wiederholt die Schritte 2 und 3 auch auf der anderen Seite. Anschließend bügelt ihr alles gut auseinander. Das Volumenvlies wird beim Bügeln etwas platter werden. Damit es nicht zu platt wird, stellt das Bügeleisen nicht zu hoch. Stufe 1-2 reicht völlig aus. Nun steppt ihr den Reißverschluß vom Außenstoff aus. Ich habe ein oder zwei FRONIs ohne diesen Schritt gemacht. Das geht auch. Im schlimmsten Fall rutscht Euch aber der Innen- oder Außenstoff in den Reißverschluß. Und ganz ehrlich, schöner sieht es mit dieser Naht schon aus.







5. Öffnet nun den Reißverschluß etwas, um die Tasche später zu wenden. Heftet die Innen- sowie die Außentasche zusammen und näht beides nähfüßchenbreit. Ich wechsel dazu das Nafüßchen in der regel nicht. Erstens habe ich keine Lust ständig das Füßchen zu wechseln und zweitens kommt ich so besser am Reißverschluß vorbei. Lasst am unteren Rand der Innentasche eine etwa 6-8 cm große Wendeöffnung. Die Nahtzugabe an den Ecken werden nun abgeschrägt, damit sich die Ecken später besser ausarbeiten lassen.
 

6. Nachdem ihr alles gewendet habt und die Ecken mit einem spitzen langen Gegenstand (ich nehme einen Kochlöffel oder ein Essstäbchen) ausgearbeitet habt, braucht ihr nur noch die Wendeöffnung in der Innentasche schließen. 



Und schon ist FRONI fertig! 

Ist doch ganz einfach ein kleines Täschchen mit Reißverschluß zu nähen, oder? Der FRONI-Schnitt lässt sich auch super variieren.

Das ist meine aktuelle FRONI. Ich habe den Außenstoff etwa 5 cm breiter zugeschnitten und gerafft, ein selbstgemachtes Schrägband aufgenäht und dann alles nach dieser Anleitung zusammen genäht. Zum Raffen oder Kräuseln lockert ihr die Fadenspannung und steppt mit einem langen Gradstich zwei sogenannte Einhaltenähte nebeneinander (etwa 0,5 cm auseinander). ACHTUNG: Die Enden werden nicht "verriegelt"! An einem Ende werden nun die Fäden der beiden Nähte miteinander verknotet. Am anderen Ende zieht ihr an beiden Unterfäden und der Stoff kräuselt sich automatisch ein. Schiebt alles so zurecht, dass es Euch gefällt, verknotet die Fäden miteinander und sichert alles mit einem Gradstich zwischen den beiden Einhaltenähten. Jetzt könnt ihr die Einhaltenähte lösen. Wenn ihr aber ein Schräg- oder Webband in passender Breite habt, könnt ihr sie auch einfach drin lassen. Sehen tut man sie später ja eh nicht. 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nähen
Eure Nadine










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jeden Kommentar